Geschichte des Barockhauses
In Mittelalter und früher Neuzeit gehörte die Südostecke des Untermarktes zu den privilegierten Wohnlagen. Zwei bedeutende Bierhöfe mit Hinterhäusern standen hier bis zum Stadtbrand von 1726.
1727 bis 1729 wird das Haus nach dem Stadtbrand von 1726 für den Leinwand- und Damasthändler Christian Ameiß aus Zittau neu errichtet. Nach dem Vorbild Leipziger Handelshöfe entsteht der prächtigste Barockbau der Stadt. Die Anlage mit Einfahrt, zwei Höfen und hinterer Ausfahrt ist mit der repräsentativen Raumgliederung und reichen Stuckdecken im Inneren bis heute erhalten.
1804 wird das Haus Sitz der 1779 gegründeten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, deren Bibliothek und Sammlungen seither hier aufgestellt sind.
1805 bezieht die Freimaurerloge zur Gekrönten Schlange Räume im 2. Obergeschoss des Vorderhauses.
1932 kann das Graphische Kabinett mit den zusammengeführten Beständen des Kaiser-Friedrich-Museums, der Milichschen Bibliothek und der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften eröffnet werden.
1945 wird die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften durch die sowjetische Militärverwaltung aufgelöst. Das Haus mitsamt der historischen Bibliothek und den wissenschaftsgeschichtlichen Sammlungen geht 1950 in den Besitz der Stadt Görlitz über.
1951 wird das Barockhauses als zweites Museumsgebäude der Städtischen Kunstsammlungen, des heutigen Kulturhistorischen Museums, eröffnet.
2000 wird die neue Jacob Böhme Ausstellung eröffnet.
2002 wird im Erdgeschoss der Johannes-Wüsten-Saal als Veranstaltungs- und Vortragsraum eingeweiht.

