Von Katzen und Menschen
Auf den Spuren einer besonderen Beziehung
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum für Thüringer Volkskunde ErfurtLang und wechselvoll ist die Geschichte der Beziehung zwischen Katze und Mensch. Die Anfänge führen uns in das 8. Jahrtausend v. Chr. in den Vorderen Orient. Die afrikanisch-arabische Falbkatze schloss sich dem Menschen an und schützte dessen Nahrungsmittel vor Schädlingen. Im alten Ägypten genoss die Katze als Symbol der Göttin Bastet besondere religiöse Verehrung.
In der Antike verbreitete sich die Katze im gesamten Mittelmeerraum und in Mitteleuropa.
Für das christliche Zentraleuropa war zunehmend eine zwiespältige Haltung zur Katze charakteristisch: Ihr noch nicht erklärbares typisches Verhalten (Nachtaktivität, Leuchten der Augen im Dunkeln, sexuelles Gebaren, Unabhängigkeit vom Menschen) bestärkte abergläubische Vorstellungen von einer Verbindung zu Zauberern und Hexen, was bis in die Neuzeit hinein zur Verfolgung und massenhaften Vernichtung von Katzen führte.
Erst allmählich wurde die Katze rehabilitiert. Man setzte sie ein zur Bekämpfung extremer Ratten- und Mäuseplagen. Vor allem die Aufklärung hatte den Boden für eine neue Vertrautheit zwischen Mensch und Katze bereitet.
Im 19. Jahrhundert eroberte sich die Katze nach und nach das Haus in Stadt und Land. Sie wurde zum Gefährten und Schmusetier. Mit der zunehmenden Haustierhaltung und einem sensibleren Umgang mit der Kreatur gründeten sich um 1850 in Deutschland und Frankreich erste Tierschutzvereine, deren Anliegen (leider) nach wie vor aktuell sind.
Wachsende Popularität genoss die Katze besonders seit Ende des 18. Jahrhunderts bei Schriftstellern und Künstlern. Bedeutende Werke in Literatur, Malerei, Plastik und Musik mit Katzen in Haupt- und Nebenrollen entstanden. Mit der Entwicklung der Farblithographie und leistungsfähiger Druckereien im 19. und 20. Jahrhundert eroberten Katzenmotive auch und vor allem die Gebrauchskunst. Seit über 100 Jahren bedient sich überdies die Werbung
der Katze. Die Wirtschaft hat den Markt der Katzenliebhaber und Katzenhalter für sich entdeckt mit einem inzwischen unübersehbaren Angebot.
Heute ist die Katze in vielen europäischen Ländern das beliebteste Haustier, wobei die Tierliebe nicht selten fragwürdige Formen annimmt. Allein in bundesdeutschen Haushalten gibt es mehr als sieben Millionen Katzen. Aus der Beziehung zwischen Katze und Mensch ist eine Liaison geworden, deren Ende nicht in Sicht ist…
Die Ausstellung basiert auf einer Konzeption des Museums für Thüringer Volkskunde Erfurt und zeigt eine Vielzahl von Leihgaben aus Thüringer Museen und Privatsammlungen. Sie wird ergänzt durch Objekte von Görlitzern und aus Görlitzer Museen.

