Großes Theater en miniature

Ein Theater aus Papier – vielleicht das simpelste aller Theater überhaupt – begeisterte im
19. Jahrhundert Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Fast vergessen, haben doch Sammler die bedruckten Bögen neu entdeckt, stellen Museen in ganz Europa die kleinen Bühnen wieder aus, ja bringen sogar Theatermacher bekannte Stücke zur Aufführung. Der tschechische Sammler Karel Zelenka zeigt in der Ausstellung 20 Papierbühnen, hauptsächlich in Mainz hergestellt.
Voraussetzung für preiswerte Ausschneidebögen war die Erfindung der Lithographie Ende des 18. Jahrhunderts. Und das große Interesse des Bürgertums am Biedermeier förderte die Herstellung von Dekorations- und Figurenbögen, sowie von Blättern für Theaterbühne und Vorhang. Ausgeschnitten und aufgeklebt auf Pappe und Holz konnte man ein ganzes Theater in die Wohnstube holen und mit dem Textbuch Aufführungen nachgestalten.
Wir laden nicht nur zum Bestaunen der „großen Theater im Kleinen“ ein, sondern wollen unsere Besucher zu eigenen Theateraufführungen anregen.