Schichten und Geschichten. Eberhard Peters – Arbeiten auf Papier

Fundstücke, Erinnerungssplitter, Papierschnipsel, Farbspritzer – bei Eberhard Peters erhalten Relikte unterschiedlicher Art und Form neue Bedeutung. Scheinbar zufällig zusammengekommenes, zunächst belangloses Strandgut der Zivilisation wird da zum Ereignis. Mit Fantasie und Mut zum Experiment hat dieser Künstler in den letzten Jahren ein Werk geschaffen, das im Oberlausitzer Kunstkosmos einen ganz eigenen Platz einnimmt.
Eberhard Peters wurde 1936 in Weißwasser geboren. Nach einer Lehre als Glasgraveur war er bis 1990 in diesem Beruf sowie als Lehrbeauftragter im Kombinat Lausitzer Glas tätig. Parallel dazu bildete er sich als Zeichner und Maler weiter; Studienreisen, Beteiligungen an Pleinairs und viele Ausstellungen folgten. Aus seinem Brotberuf heraus mit Industrie und Fortschritt vertraut, setzt er sich in seinem künstlerischen Werk immer wieder neu mit Fragen der Zivilisation und ihren Folgen auseinander. Auch die Technik der Collage und Assemblage, der Zusammenfügung verschiedener Materialien ist daraus abgeleitet. Unermüdlich experimentierend entstand in fruchbarem Schöpfungsprozess ein vielfältiges Œuvre, in dem sich eine tiefe Auseinandersetzung mit Zeit und Raum spiegelt. Das „zerschnittene Land”, der Wandel in der Landschaft durch den Tagebau ist ein zentrales Thema, aber ebenso das Spiel des Lebens, das große Welttheater, das Eberhard Peters im Kleinen überall – und besonders im Görlitzer ViaThea – wiederfindet.
Unsere Ausstellung widmet sich hauptsächlich den in den letzten Jahren geschaffenen Arbeiten auf Papier. Der 70-jährige Geburtstag des Künstlers bietet Anlass, eine überschäumende Bilderlust, gespachtelte, geklebte und gemalte Schichten und daraus gesponnene Geschichten zu entdecken.