1303 – Die Anfänge der Stadt Görlitz
Eine Ausstellung aus Anlass der Verbriefung des Magdeburger Stadtrechtes im Jahre 1303
2003 jährt sich zum 700. Male die Verleihung des Magdeburger Stadtrechtes an Görlitz durch den Markgrafen Hermann von Brandenburg. Das ist ein besonderes Jubiläum. Görlitz ist die einzige Stadt in der Oberlausitz, die dieses Recht ausdrücklich in einer Urkunde zugesprochen bekam. Görlitz entstand nicht durch einen Gründungsakt. Mehrere Generationen von Kaufleuten, Handwerkern, Adligen und Beamten waren in Etappen an der Stadtentstehung beteiligt. Die Urkunde von 1303 schloss diesen Vorgang symbolisch ab. Selten gezeigte Archivalien aus dem Ratsarchiv und Ergebnisse von archäologischen Ausgrabungen im Stadtkern zeichnen uns ein Bild von den Anfängen der Stadt, in der die Bürger den Grundstein für die wirtschaftliche und kulturelle Blüte des 15. und 16. Jahrhunderts legten. Die günstige Lage an der via regia, der Erwerb des Waidstapels und des Salzmarktes förderten die Wirtschaft. Das Münzrecht und der Durchgangszoll brachten der Stadt wichtige Einnahmen. Mit dem Kauf von Dörfern und Dorfanteilen begann im 14. Jahrhundert eine Strategie, die Görlitz zum größten städtischen Grundbesitzer weit und breit machen sollte und für viele Jahrhunderte finanziellen Rückhalt bot. Die Darstellung der Gemeinschaft der “burger”, des Baus der Verteidigungsanlagen und Kirchen sowie des privaten Lebens geben den Besuchern Einblick in die Frühzeit von Görlitz. Aus konservatorischen Gründen müssen die originalen Urkunden in der Ausstellung nach 8 Wochen durch Kopien ersetzt werden.

