Besunzane – Milzener – Sorben. Die slawische Oberlausitz zwischen Polen, Deutschen und Tschechen

Eine archäologische Ausstellung in Zusammenarbeit mit Museen in Wrocław, Jelenia Góra, Bautzen und Glogów

Um das Jahr 1000 liegt die Oberlausitz im Brennpunkt zwischen den mitteleuropäischen Großmächten. Auf der einen Seite stehen das Ottonische deutsche Reich und Böhmen, auf der anderen Seite Polen. Spätestens seit etwa 800 siedelten hier die westslawischen Milzener – Vorfahren der heutigen Oberlausitzer Sorben. Bereits seit 932 galt der Stamm als unterworfen und soll dem Ottonischen Reich tributpflichtig gewesen sein. Ausgangspunkt der deutschen Eroberungen war die Burg Meißen. Zur Verteidigung errichteten die Milzener zwischen Kamenz und Lubań (Lauban) zahlreiche Burgen, die noch heute als markante Geländepunkte in der Landschaft der Oberlausitz beiderseits der Neiße erkennbar sind. Von heftigen Kämpfen zwischen Deutschen und Polen erschüttert gehörte die Oberlausitz seit 1002 für 29 Jahre zum damals noch jungen Polnischen Reich. Archäologische Funde aus Gräbern und Siedlungen geben Einblicke in die Zeit um das Jahr 1000. Scherben, Schmuck und Schatzfunde erzählen von Alltag und Glaube der Milzener. Ihre Burgen werden zu Zeugen einer bewegten Geschichte.