Künstlerliebe, Künstlerpaare – Johannes Wüsten und seine Frauen

Aus Anlass des 110. Geburtstag v. Dorothea Köppen-Wüsten

Künstlerliebe – welche besonderen Qualitäten hat sie? Und welchen Belastungen ist sie ausgesetzt? Welche Einflüsse aus dem turbulenten Leben der 20er Jahre finden ihren Niederschlag in Künstlerleben und Künstlerlieben? Johannes Wüsten war dreimal verheiratet. Aber weder seine erste Ehe mit der Krankenschwester Ida, die er kurz nach dem ersten Weltkrieg heiratete, noch die zweite Ehe mit Predigertochter Elisabeth Edel waren von langer Dauer. Die Ehe von Johannes Wüsten und der Malerin Dorothea Köppen bedeutete nicht nur Zusammenarbeit, sondern von ihrer Seite aus auch ein Hintanstellen eigener künstlerischer Arbeit. Obwohl auch ihre Wege sich 1938 in Prag trennten, setzte Dorothea Wüsten sich nach dem zweiten Weltkrieg vor allem für die Sammlung und Veröffentlichung der Werke ihres Mannes ein. Ihre Tätigkeit bildet eine wesentliche Grundlage für die Johannes-Wüsten-Sammlung in Görlitz. Johannes Wüsten ging 1938 mit der Übersetzerin und Kulturredakteurin Lotte Schwarz nach Paris, wo ihr Traum von der großen Liebe durch die Härten des Lebens im Asyl und schließlich durch den Tod Johannes Wüstens 1943 zerstört wurde. In dieser Ausstellung werden zum ersten Mal umfassend die Werke Dorothea Köppen-Wüstens gezeigt, die Bildern Johannes Wüstens gegenübergestellt werden, in denen er sich mit der Liebe auseinandersetzt. Er zeichnete die Sexgier, die Heuchelei und Gewalt in den Beziehungen, aber auch das selbstverständliche Miteinander von Mann und Frau. Beeindruckend sind seine Porträts von Dorothea Köppen-Wüsten und Lotte Schwarz.