Die letzte Reise

Archäologische Funde aus Gräbern der Lausitzer Kultur – Totenritual und Lebenswelt der Bronze- und Eisenzeit

Eine gemeinsame Ausstellung des Kulturhistorischen Museums mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte

Die Lausitzer Kultur zählt zu den bedeutenden Kulturkreisen der Bronze- und frühen Eisenzeit (14. bis 5. Jahrhundert vor Christus) in Mitteleuropa. Sie umfasst eine Anzahl in Sachsen, Brandenburg und Polen siedelnder Stämme, deren Namen im Laufe der Zeit in Vergessenheit gerieten. Kennzeichnend sind ähnliche Siedlungsformen und Bestattungssitten sowie Gebrauch und Herstellung charakteristischer Geräte und Tongefäße. Aus der Oberlausitz und dem Neißegebiet kennen wir zahlreiche dörfliche Siedlungen, Burganlagen und Friedhöfe. Besonders die Gräber der Lausitzer Kultur geben tiefe Einblicke in Jenseitsvorstellung und Alltagskultur der bronze- und eisenzeitlichen Menschen. Die Verstorbenen wurden oft mit Dingen des täglichen Gebrauchs, Getränken und Speisen beigesetzt, die ihnen die letzte Reise und den Aufenthalt im Jenseits angenehmer gestalten sollten. Eine der größten Friedhöfe dieser Epoche wurde zwischen 1950 und 1971 unweit von Bautzen bei Niederkaina ausgegraben. Seit 1995 werden die zu Tage getretenen Grabfunde im Rahmen eines Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft durch das Landesamt für Archäologie aufgearbeitet und veröffentlicht. In der Ausstellung werden bedeutende Ausgrabungsfunde ergänzt durch Bestände der Städtischen Sammlungen zum Teil erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.