Regionalgeschichtliches Kolleg

14. Januar 2009
16:00bis17:00

„Neues Bauen in Deutschland – der Siedlungsbau im Breslau der 20er Jahre“
Johanna Brade, Barockhaus

Das „Neue Bauen“ markiert im Bereich der Architektur den Aufbruch in eine neue Zeit, deren Beginn sich auch in Schlesien nachvollziehen lässt. Immer deutlicher wendeten sich Architekten um 1900 vom Historismus ab und favorisierten eine funktionsgerechte Bauweise mit  modernen Materialien, unter Verwendung neuer Bautechniken wie Eisenskelettbau, Stahlguss, Glas- und Betonkonstruktionen. Diese Bauweise entsprach dem neuen Bild einer modernen Metropole, die auch in ihrem äußeren Erscheinungsbild zeitgemäß sein sollte.
Zu solch einer Metropole hatte sich um 1900 auch die schlesische Hauptstadt Breslau entwickelt. Hier bestand um die Jahrhundertwende ein enormer Bedarf an Geschäfts- und Wohnungsbauten für die sprunghaft anwachsende Bevölkerung. Aber erst in den 1920er Jahren suchte man nach konkreten Lösungen, um mit städtebaulichen Entwürfen und neuen Siedlungen dem Mietskasernenelend und dem architektonischen „Wildwuchs“ entgegen zu wirken. Abschließender Höhepunkt dieser Aktivitäten war in Breslau die stark umstrittene Ausstellung „Wohnung und Werkraum“ (1929) des Deutschen Werkbundes, die auch überregional große Beachtung fand.
Der Vortrag von Johanna Brade informiert anhand ausgewählter Beispiele mit zahlreichen historischen Fotos aus der Sammlung des Schlesischen Museums über den bedeutenden Beitrag Schlesiens zur Entwicklung der modernen Architektur.