Gebranntes und Glasiertes. Der Görlitzer Keramikmeister Walter Rhaue

walter-rhaue-vaseDie vorerst letzte Ausstellung im Barockhaus Neißstraße 30 vor dem Umbau ist dem Altmeister der Töpferkunst Walter Rhaue gewidmet. Der 1885 in Neue Welt/Schlesien geborene Rhaue begann 1910 nach dem Studium in Breslau mit Kirchenausmalungen. Ab 1920 widmete er sich der Keramikherstellung, seit 1927 betrieb er in Görlitz-Biesnitz eine Werkstatt, die nach seinem Tod 1959 vom Enkel Nils Fritsche übernommen worden war und bis vor einiger Zeit produzierte. Markante Krüge, Vasen und Teller von Rhaue finden sich bis heute in so manchem Görlitzer Haushalt. Seine kunstfertige Gebrauchskeramik, aber auch Taufschüsseln und Kachelöfen waren seit 1924 auf Kunstgewerbemessen in Leipzig sehr gefragt. Blaue Hirsche, bunte Vögel, dicke Fische und immer wieder das Görlitzer Stadtwappen waren bekannte Schmuckmotive und machen Rhaue-Keramik unverwechselbar. Dazwischen gesellten sich immer wieder experimentelle, sehr anspruchsvolle Stücke, die gerne von großen Museen erworben wurden.
Mit dem Görlitzer Museum war Walter Rhaue zeitlebens eng verbunden. Zu seinem 70. Geburtstag 1955 fand eine große Werkschau im Kaisertrutz statt. In den letzten Jahren konnte das Kulturhistorische Museum weitere schöne Stücke erwerben.weihnachtsteller-graviert-fayence-1927

Veranstaltungen

Vernissage
6. März, 19.00 Uhr

Öffentliche Führungen
8. März, 11.00 Uhr
8. April, 16.00 Uhr
5. Mai, 16.00 Uhr
und nach Voranmeldung (03581-671355)

Vortrag
21. April, 16.00 Uhr
“Kinos, Kupferstiche und Konzerte. Görlitz als Kulturstadt in den 1920er Jahren”
Dr. Ernst Kretzschmar
Barockhaus Neißstraße 30

Kulturgeschichtlicher Spaziergang
10. Juni, 17.00 Uhr
“Schlichte Schönheit. Bauen und Wohnen in Görlitz zwischen den Weltkriegen”
Dr. Ernst Kretzschmar
Treff: Bahnhof Südausgang

Museumspädagogisches Angebot
“Österliche Gebrauchskeramik selbst gestalten”
nach Voranmeldung (03581-671417)