Das Görlitzer Rathaus

19. Mai 2010
17:00bis18:30

Städtische Macht und Verwaltung im Wandel der Zeit

Siegfried Hoche
Treff: Rathaus, Treppe

Das Rathaus, dessen Ursprung in die Mitte des 14. Jahrhunderts zurückreicht, besteht aus einem Komplex, der über mehrere Jahrhunderte immer wieder erweitert wurde. Hierbei fügte man dem Bestand i. d. R. angrenzende Gebäude hinzu und baute sie entsprechend den Erfordernissen um. Ein kompletter Neubau wurde 1902/03 mit der mächtigen Rathauserweiterung im Nordwesten des Untermarktes errichtet.
Kernbau ist der Turm mit dem nördlich angrenzenden Gebäudeteil. Hierbei handelt es sich ursprünglich wohl um einen böhmischen Ministerialenhof, der als Rathaus umgenutzt wurde. Am Turm befindet sich das kunstvoll gearbeitete spätgotische Wappen des böhmischen Königs Matthias Corvinus. Die Rathaustreppe mit Kanzel und Portal ist eine Arbeit Wendel Roskopfs d. Ä. Aus der Zeit der Frührenaissance stammt ebenfalls die Fassade des Gebäudes Untermarkt 8 mit einem etwas jüngeren Säulenportal, das ein behelmter Gaffkopf ziert. Eine weitere Meisterleistung der Renaissance ist der Rathaushof.
Herzstück ist der Kleine Sitzungssaal mit seiner kostbaren Ausstattung aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Auch das ehemalige Prätorium besitzt eine Intarsiendecke der Renaissancezeit. Das Gewölbe der Königsstube, dem Amtszimmer der (Ober-)Bürgermeister, weist besonders schön gearbeiteten Antragsstuck auf. Im obersten Geschoss des Gerichtsflügels, dem heutigen Standesamt, wurde bei den letzten Sanierungsarbeiten eine großflächige bemalte Holzbalkendecke aufgefunden und restauriert.