Von der Lateinschule zum Gymnasium und zur höheren Töchterschule
| 12. Mai 2010 | ||
| 17:00 | bis | 18:30 |
Ein Spaziergang durch 700 Jahre Schulgeschichte von Görlitz
Ines Anders
Treff: Reichenbacher Turm
Lesen, Schreiben, Rechnen sind wichtige Fähigkeiten, ohne die kein Kaufmann oder städtischer Handwerksmeister auch im Mittelalter im Berufsleben auskam. In Winkelschulen konnten die Knaben die wichtigsten Fertigkeiten in wenigen Jahren erwerben. Das Kloster der Franziskaner unterhielt zudem eine kirchliche Schule im 15. Jahrhundert. Mit der Reformation zog in Görlitz auch eine Lateinschule in Melanchthonschem Sinne ein. Daraus entwickelte sich mit Genehmigung des habsburgischen Landesherrn ein Gymnasium im alten Kloster, das in kürzester Zeit überregionale Bedeutung erlangte. Bis zu 600 Schüler kamen aus der Oberlausitz, Böhmen und Schlesien, um hier für einige Zeit zu lernen und sich auf ein Studium in Leipzig oder Wittenberg vorzubereiten. Bedeutende Wissenschaftler und Schulmänner wie Bartholomäus Scultetus (1540 – 1614), Samuel Grosser (1664 – 1736) und Friedrich Christian Baumeister (1709 – 1785) unterrichteten hier. Nach 1815, Görlitz war mittlerweile preußisch geworden, wurde das Volksschulsystem weiter ausgebaut und Mädchenschulen errichtet. Wichtige Schulneubauten, die am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, werden zum großen Teil noch heute entsprechend genutzt.

