Der Stadthallengarten

4. August 2010
17:00bis18:30

Sabine Webersinke, Landschaftsgärtnerin und Gartendenkmalpflegerin aus Dresden

Treff: Eingang des Stadthallengartens

Die Stadthalle und der Stadthallengarten sind herausragende Zeugnisse für die Stadt Görlitz sowohl im Hinblick auf die Entwicklung der Bau- und Gartenkunst des frühen 20. Jahrhunderts in Görlitz und Sachsen als auch auf ihre überregionale, musikgeschichtliche Bedeutung als Spielstätte der Schlesischen Musikfeste.

1906-1910 schuf Ernst Schneider, Stadtgartendirektor von Görlitz, den zur Stadthalle gehörigen Konzertgarten, eine eigenständige und repräsentative architektonische Gartenanlage von hoher Qualität im Stile der Reformzeit. Trotz des damals neuen Gartenstils war es Schneider ein Anliegen, dass sich die Anlage in die benachbarten Gartenanlagen „Stadtpark“ und „Uferpromenade“ harmonisch einfügt. Genutzt wurde der Garten bis 2004 als Aufenthaltsort bei Veranstaltungen, als Ort für Freiluftkonzerte und Gastronomie. Von der ursprünglichen Gartenkonzeption zeugen heute zahlreiche bauliche und vegetabile Reste. Die Gastronomiebauwerke entstammen der Nachkriegs-, DDR- und Nachwende-Zeit und beweisen die stets andauernde hohe Frequentierung und Beliebtheit bei den Görlitzer Bürgern.

Bei einem Rundgang um die Stadthalle und durch den Stadthallengarten werden anhand zahlreicher historischer Materialien die Gestaltungsabsichten Schneiders aufgezeigt sowie die Entwicklungsgeschichte der Anlage dargestellt. Zahlreiche Spuren unterschiedlicher Nutzungen sind erhalten geblieben.