Die Lutherkirche
| 30. Juni 2010 | ||
| 17:00 | bis | 18:30 |
Bürger und Kinder, Mühselige und Beladene. Die Lutherkirche als Spiegel der Gründerzeit in Görlitz
Margrit Kempgen
Treff: Lutherkirche (Jochmannstraße)
Mit ihrer exponierten Lage bestimmt die Lutherkirche das Erscheinungsbild des Gründerzeitquartiers. Zugleich ist sie aber auch Sinnbild des „Kirchenprogramms“ um 1900. Als erster evangelischer Kirchenbau seit der Reformation wurde in Görlitz von 1898 bis 1901 die Lutherkirche erbaut. Der rote Backsteinbau mit kreuzförmigem Grundriss weist neoromanische Formen auf. Ohne beachtliche Schäden überstand der Zentralbau die beiden Weltkriege. Erst in den 1950er Jahren kamen Bauschäden zu Tage. Deren Behebung begann in den 1970-er Jahren. Nach fünfjähriger umfassender Rekonstruktion fand 1981 die Wiedereinweihung statt. Das bronzene Lutherdenkmal im Bereich der Freitreppe, geschaffen von Ernst Rietschel aus Dresden, wurde 1904 erstmals enthüllt und 1942 im Krieg eingeschmolzen. Die heutige Statue ist ein Abguss der Originalform und wurde 1983 aufgestellt. Im Inneren der Lutherkirche gibt es viele Schätze zu entdecken. So beleuchtet ein mächtiger Kronleuchter den Raum. Überlebensgroße Kalksteinstatuen der Evangelisten flankieren den aus Terrakotten errichteten Altar. Wandgemälde des Kirchenmalers Barg und des Dresdners Oskar Popp finden sich ebenso in der Kirche wie Ornamentbänder aus Wein- u. Eichenlaub, Palmzweige, Efeu und Sonnenblumen.

