Kulturhistorisches Museum zeigt 2017 wertvolle Kunstwerke

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Werkstatt des Bildhauers Matthias Bernhard Braun, Entwurf für eine Figurengruppe der „Kreuzabnahme Christi“, um 1715/20, Ton, Foto: Kulturhistorisches Museum Görlitz

Mit Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen und des Vereins der Freunde der Görlitzer Sammlungen konnte das Kulturhistorische Museum Görlitz im Herbst 2015 zwölf wertvolle Skulpturen aus der Sammlung des Meißener Weinhändlers Otto Horn ankaufen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte dieser eine umfangreiche Kollektion mit Figuren der Spätgotik, der Renaissance und des Barock zusammengetragen. Darunter befanden sich zahlreiche Stücke aus der Oberlausitz, vor allem aus dem Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern. Nach 1945 war die Sammlung enteignet und dem Stadtmuseum Meißen übergeben worden. In den 1990er Jahren erfolgte die Restitution an die vom Sammler testamentarisch errichtete Otto-und-Emma-Horn-Stiftung. Diese entschloss sich, die Stücke dem Willen des Stifters entsprechend zu verkaufen und den Erlös für die Stiftungsziele einzusetzen. Mehr als 70 bedeutende Bildwerke gelangten so 2015 in eine Auktion, darunter rund vierzig Kunstwerke aus der Oberlausitz – der wohl umfangreichste in Privatbesitz befindliche Bestand an Skulpturen aus der Region. Im Vorfeld der Auktion hatten sich die drei kommunalen Museen von Bautzen, Görlitz und Zittau darauf verständigt, mit vereinten finanziellen Kräften dieses für die Oberlausitzer Kunstgeschichte äußerst wertvolle Konvolut in Gänze zu erwerben. Angesichts gewichtiger Mitinteressenten gelang das jedoch leider nicht. Glücklicherweise konnte zumindest das Kulturhistorische Museum Görlitz im Nachgang der Auktion zwölf Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts, die aus St. Marienstern stammen, ankaufen. Diese wurden 2016 mit Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen restauriert. Mit den Arbeiten war die Dresdner Diplom-Restauratorin Katja Matauschek betraut.

Ab 2017 sollen die Skulpturen dauerhaft im Kulturhistorischen Museum gezeigt werden, wo bereits barocke Kunstwerke aus dem Kloster St. Marienstern zu sehen sind.