Museum zeigt Radierungen von Schachmann sowie Blätter aus seiner Sammlung

Seit dem 16. Jahrhundert wandten sich zahlreiche Künstler und Laien in ganz Europa der Radierung zu. Im Vergleich zum Kupferstich bedeutete sie einen geringeren Zeit- und Arbeitsaufwand und ermöglichte eine freiere Linienführung. Innovationen brachten neue Radiertechniken, die wiederum die Künstler inspirierten. Gerade für einen künstlerischen Laien wie den Oberlausitzer Universalgelehrten und Grundherrn Carl Adolph Gottlob von Schachmann (1725–1789), der sich die Radierkunst mehr oder weniger selbst aneignete, war sie das geeignete Medium, um technisch wie künstlerisch anspruchsvolle Grafiken umzusetzen. Schachmann, der sich auf verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten betätigte, gehörte zu den Mitbegründern der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Er entwarf unter anderem das Signet der Gelehrtenvereinigung und stiftete ihr mehrere Sammlungsstücke. Mitte des 20. Jahrhunderts gelangte seine umfangreiche und hinsichtlich der Werkauswahl sehr qualitätvolle Grafiksammlung in den Bestand des Graphischen Kabinetts des Kulturhistorischen Museums. Sie enthält rund 500 Druckgrafiken des 17. und 18. Jahrhunderts, die Zeugnisse von Schachmanns feinem Geschmack wie auch seiner ausgedehnten Reisen sind. Einige Blätter aus diesem Bestand werden nun zusammen mit eigenhändigen Radierungen Schachmanns und Werken seiner Zeitgenossen und Künstlerfreunde wie Christoph Nathe, Johann Samuel Conrad, Johann Christian Klengel, Johann Christian Reinhart und Adrian Zingg im Graphischen Kabinett im Barockhaus Neißstraße 30 präsentiert.

Für 2019 plant das Kulturhistorische Museum eine größere Ausstellung zu Schachmann.