Zeitreise durch fast 14.000 Jahre Kulturgeschichte

Im Kaisertrutz präsentiert das Kulturhistorische Museum auf drei von fünf Etagen die kulturgeschichtliche Entwicklung von Stadt und Region von etwa 12.000 v.Chr. bis zur friedlichen Revolution und den Anfängen der Stadtsanierung 1990, deren Erfolge heute gut sichtbar sind. Die Ausstellungen wurden nach der umfassenden Sanierung des Gebäudes und der 3. Sächsischen Landesausstellung im Jahr 2011 neu konzipiert, chronologisch-thematisch strukturiert und aufgebaut. Pfeil_webHerausgearbeitet wurden dabei unverwechselbare regionale und lokale Besonderheiten. Der kulturgeschichtliche Erzählstrang verbindet interdisziplinär Ur- und Frühgeschichte, mittlere und neuere Geschichte sowie Kunstgeschichte miteinander. Archäologische Fundstücke wurden als geschichtliche Zeugnisse in die chronologisch-thematisch gegliederte Ausstellung eingepasst, wo sie für die Dramaturgie der Ausstellung die größte Relevanz besitzen. Multimediale Technik kommt in der Darstellung der älteren Kulturgeschichte zurückhaltend, bei der jüngeren Geschichte offensiver zum Einsatz. Die einzelnen Themen- und Epochenbereiche werden durch wechselnde Farben hervorgehoben. Alle Ausstellungstexte wurden ins Englische und Polnische übersetzt.

Von der Altsteinzeit bis zum Biedermeier

Ug_1_webDer Ausstellungsbereich im Untergeschoss des Kaisertrutzes zeigt die Entwicklung der Region von der Altsteinzeit bis zum Biedermeier. Bedeutende Exponate aus Stein, Bronze- und Eisenzeit sowie dem Mittelalter dokumentieren dies eindrucksvoll. Funde und Fundorte geben Zeugnis von der wechselvollen Geschichte der Region.

Vom regen Geistesleben sowie wirtschaftlichem Auf und Ab

eg_ritter_webVom Aufstieg der Stadt zu einer blühenden Handels- und Gewerbemetropole erzählen wertvolle Exponate im Erdgeschoss, darunter hochwertige Kunstschätze wie mittelalterliche Altäre und Textilien. Maria in der Hoffnung, um 1400, Kalkstein, verm. Prager WerkstattGewürdigt wird auch das Wirken bedeutender Görlitzer Humanisten wie Bartholomäus Scultetus (1540 bis 1614) oder Petrus Vincentius (1219 bis 1581) sowie des weltweit bekanntesten Görlitzer Philosophen Jacob Böhme (1575 bis 1624).

Von Kriegen und Teilung bis zur deutschen Einheit

Das Ausstellungskapitel im ersten Obergeschoss bildet die Zeit von den Befreiungskriegen 1815 bis zu den Anfängen der Stadtsanierung 1990 ab.Wende_web Erinnert wird an Blütezeiten der Stadt im 19. Jahrhundert, aber auch Diktaturen, Krieg, Vertreibung und Teilung der Stadt sowie menschliche Schicksale

Galerie der Moderne

Im dritten Obergeschoss werden Gemälde, Grafiken und Plastiken des 20. und 21. Jahrhunderts präsentiert. Zu sehen sind rund 200 Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die in der Neißestadt tätig waren oder ihre Wurzeln hier haben. Ausgestellt werden weiterhin Referenzwerke überregional bekannter Meister, die für die Kunst in Görlitz und Umgebung wegweisend und bedeutsam sind.

Hochwertige Wechselausstellungen zu wechselnden thematischen Schwerpunkten im zweiten Obergeschoss ergänzen die Dauerausstellungen im Kaisertrutz.