Stammtisch Erfahrung DDR!

Weihnachten in der DDR. Kirchliche und christliche Traditionen im Sozialismus.
Feierte eigentlich eine fest im Sozialismus verankerte Familie auch Weihnachten und die Ankunft Christi als Erlöser der Welt? Oder beging man das Weihnachtsfest nur als eine mehr oder weniger sinnentleerte Fortsetzung überkommener Traditionen? Schließen christliche Werte und Sozialismus einander aus und ist Religion „Opium fürs Volk“? Diesen und anderen Themen geht der erste Stammtisch zur Sonderausstellung „Erfahrung DDR!“ im Kaisertrutz nach. Die Ausstellungsmacher wollen mit den Görlitzer Bürgern ins Gespräch kommen. Diskutieren Sie mit und besuchen Sie gleichzeitig die Ausstellung!
Noch 1949 waren in der DDR etwa 90 Prozent der Bürger kirchlich gebunden, 1986 waren es nur noch zwischen 25 und 40 Prozent. Die sozialistische Bildungspolitik, die ein weltlich-atheistisches Weltbild propagierte, hatte also Früchte getragen. Dennoch erfuhren auch die Görlitzer Kirchen im Jahr der friedlichen Revolution 1989 anlässlich der Friedensgebete großen Zuspruch und waren Schutzraum für Andersdenkende und Oppositionelle.
Als Impulsgeber sind Peter Lobers (ehemaliger Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Görlitz), Joachim Rudolph (katholischer Theologe und Leiter des St. Wenzeslaus-Stifts in Jauernick-Buschbach), Margit Bätz (Stadträtin der Fraktion DIE LINKE und evangelisch konfirmiert) sowie Rolf Liebig (Regionalkoordinator des Sächsischen Jugendweihevereins in Görlitz und ehemaliger Lehrer) eingeladen. Das Gespräch moderiert der Görlitzer Museumsleiter Dr. Jasper v. Richtofen.
Freitag, 9.12.2016, 18:00 Uhr
Kulturhistorisches Museum Görlitz, Kaisertrutz, Platz des 17. Juni 1
Gesprächsarena in der Sonderausstellung

Der nächste Stammtisch findet am 19. Januar 2017 statt.

Erfahrung DDR! ist ein gesamtgesellschaftliches Experiment, das das Kulturhistorische Museum Görlitz in Kooperation mit dem Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e. V. (FVKS) gestartet hat. Das Projekt setzt auf die aktive Mitwirkung der Görlitzer Bürgerschaft. Die Görlitzer waren aufgerufen, sich mit ihrer Biographie auseinander zu setzen und ihre Erfahrungen an die DDR -Zeit an Nachgeborene und Hinzugezogene weiterzugeben.
Das Kulturhistorische Museum hat sich mit Partnern in der Stadt vernetzt, um den Stadtbewohnern museale Inhalte näher zu bringen und neue Zielgruppen zu erreichen.
Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Projekt im Fonds Stadtgefährten.